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TILMAN-ORG

Projekt 'Reduced TILlage and green MANures for sustainable ORGanic cropping systems'

Im Projekt TILMAN-ORG soll die reduzierte, schonende Bodenbearbeitung unter Biobedingungen weiter verbessert werden. Reduzierte Bodenbearbeitung und Gründüngung schonen – im Vergleich zum Pflug - die Bodenstruktur und erhöhen die Bodenfruchtbarkeit. Der Boden wird stabiler, der Humusgehalt und die biologische Aktivität nehmen zu, die Nährstoffaustauschkapazität verbessert sich. Dank reduziertem Einsatz von Maschinen verringert sich der Dieselverbrauch.

Während die pfluglose Bodenbearbeitung in der konventionellen Landwirtschaft bereits weit verbreitet ist, galt das Verfahren unter biologischen Anbaubedingungen bis vor Kurzem als schwer umsetzbar, da es die Ausbreitung von Wurzelunkräutern fördert. Zudem kann die Mineralisierung von Stickstoff aus Boden und Hofdünger im Frühjahr unter Umständen nicht ausreichend sein.

Im Rahmen von TILMAN-ORG arbeiten während der kommenden drei Jahre 15 Forschungspartner aus elf europäischen Ländern unter anderem in Feldversuchen an der Weiterentwicklung und Adaptierung der reduzierten Bodenbearbeitung unter biologischen Anbaubedingungen und berücksichtigen dabei auch verschiedene Bodentypen und Klimabedingungen. Das Forscherteam wird zudem das vorhandene Praxiswissen in den teilnehmenden Ländern sammeln, auswerten und standortgerechte Empfehlungen entwickeln.

Ziele des Gesamtprojektes

Das Gesamtziel des Projekts TILMAN-ORG ist die Entwicklung von stabilen und nachhaltigen Ackerbausystemen durch Techniken der reduzierten Bodenbearbeitung in Verbindung mit dem gezielten Einsatz von Gründüngern in biologischen Fruchtfolgen.

Mit den optimierten Systemen sollen die Erträge, die Bodenqualität und die Nährstoffeffizienz erhöht, das Beikrautmanagement verbessert, die Biodiversität gefördert und die Treibhausgasemissionen reduziert werden. Die Identifizierung und Entwicklung geeigneter Anbausysteme soll mit einem integrierten Ansatz erfolgen:

  • durch Erhebung der Erfahrungen und Erkenntnisse von LandwirtInnen (mittels Fragebögen und Interviews sowie Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen PraktikerInnen und ForscherInnen) und der Auswertung bestehender Daten von Langzeitversuchen zu reduzierter Bodenbearbeitung und Gründüngungssystemen (Literaturstudien, Felderhebungen und -versuche)
  • durch Durchführung von weiteren Untersuchungen (experimentellen Fallstudien) zu den Themen Bodenqualität, Treibhausgasemissionen, Beikrautregulierung, Biodiversität, sowie Ertragsentwicklung und Nährstoffversorgung in verschiedenen Bodenbearbeitungsversuchen
  • durch Entwicklung von optimierten und praxistauglichen Anbausystemen für verschiedene Regionen Europas mittels Modellierungen auf Basis der Ergebnisse der oben genannten Erhebungen (Literaturstudien und Fallstudien)

Ziele und Methoden im österreichischen Teilprojekt

In Österreich werden die Erfahrungen von LandwirtInnen zu reduzierter Bodenbearbeitung mittels Fragebögen und Interviews aufgenommen, im Rahmen eines Praxisversuchs (Vergleich reduzierte / konventionelle Bodenbearbeitung) Daten zu Bodenqualität, Beikrautaufkommen, Ertrag und Bewirtschaftungsaufwand erhoben, Diskussionen mit BeraterInnen und LandwirtInnen durchgeführt und die Ergebnisse in die gemeinsame Auswertung eingebracht.

Versuchsbeschreibung Österreich

In Österreich wird ein seit dem Jahr 2005 auf einem biologischen Praxisbetrieb Nähe Hollabrunn (Niederösterreich) umgesetzter Streifenversuch in die Untersuchung eingebracht. In diesem Versuch wird die reduzierte Bodenbearbeitung mit einem Grubber (nach dem System Wenz Eco-Dyn: sehr flache, ca. 5 bis 7 cm tiefe, nicht wendende Bodenbearbeitung) mit einer herkömmlichen Pflugvariante (wendend, ca. 25 cm Bearbeitungstiefe) an Hand einer Fruchtfolge verglichen.
Der Versuch liegt im landwirtschaftlichen Produktionsgebiet Nordöstliches Flach- und Hügelland mit pannonischem Klima (8,8°C Jahresdurchschnittstemperatur, 500 mm Jahresniederschlag) und weist einen mittelschweren Boden der Bodenart lehmiger Schluff auf. Der Praxisbetrieb ist als „Transferbetrieb“ in das Bildungsprojekt „Bionet“ eingebunden.

Projektlaufzeit

01.09.2011 - 31.08.2014

Projektpartner

  • Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Schweiz (Gesamtprojektleitung und –koordination, Dr. Paul Mäder)
  • ISARA Lyon, Frankreich
  • Helmholtz Zentrum München (HMGU), Deutschland
  • Universität Kassel (WIZ), Deutschland
  • Louis Bolk Institute (LBI), Holland
  • Wageningen University and Research Centre (DLO-PRO/PRI), Holland
  • Institute for Agricultural and Fisheries Research, Plant Sciences, Crop Husbandry and Environment (OC-ILVO), Belgien
  • Public Research Center-Gabriel Lippmann (CRP-GL), Luxemburg
  • Newcastle University (UNEW), England
  • The Organic Research Centre - Elm Farm (ORC), England
  • Estonian University of Life Sciences (EULS), Estland
  • Centro Interdipartimentale di Ricerche Agro-Ambientali (CIRAA), Italien
  • ScuolaSuperioreSant'Anna (SSSA), Italien
  • Universitat de Barcelona (UB), Spanien
  • Forschungsinstitut für biologischen Landbaue (FiBL AT), Österreich

Forschungsprogramm

Europäisches ERA-Net-Projekt Core Organic II
(Koordination transnationaler Forschungsaktivitäten)

Auftraggeber und Förderung Projektteil Österreich

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Österreich

Koordination Projektteil Österreich

DI Andreas Surböck
FiBL Österreich
Seidengasse 33-35/13
A-1070 Wien
Tel. +43 (0)1 9076313 26
Fax +43 (0)1 9076313 20
Email andreas.surboeck(at)fibl.org

Weitere Informationen zum Projekt

www.tilman-org.net

Downloads

Surböck, A., Theurl, M., Kranzler, A. (2014): ERA-NET CORE Organic II: Reduzierte Bodenbearbeitung und Gründünger für nachhaltige Anbausysteme im biologischen Landbau

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