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Drahtwurmregulierung bei Bio-Kartoffeln


Kartoffelernte
(06.04.2011)

Drahtwürmer verursachen an den unterschiedlichsten Feldkulturen oftmals erhebliche Ernteverluste. Im Bio-Kartoffelbau sind zur Regulierung der Larven des Schnellkäfers zwar verschiedene Maßnahmen möglich, werden jedoch teilweise noch nicht in der Praxis angewendet. Ziel eines aktuellen Forschungsvorhabens war die Erprobung von Strategien zur Drahtwurmregulierung im biologischen Kartoffelanbau und deren Umsetzung in die Praxis.

Die Arbeitsschwerpunkte des Projekts lassen sich in folgende Teilbereiche gliedern:

  • Monitoring der Drahtwürme
  • Monitoring der Schnellkäfer
  • Indirekte Regulierungsmaßnahmen wie Fruchtfolgegestaltung mit Leguminosen
  • Direkte Regulierungsmaßnahmen mittels insektenschädigender Pilzpräparate
  • Umfassendes Monitoring

Im Rahmen eines umfassenden Monitorings wurde sowohl der Drahtwurmbesatz im Boden abgeschätzt als auch die Anzahl der über Pheromonfallen angelockten Männchen erfasst. Mit folgendem Ergebnis: Im Frühjahr wurden mehr Drahtwürmer im Boden nachgewiesen als im Herbst; Schäden am Erntegut ließen sich dadurch jedoch nicht vorhersagen. Von Pheromonfallen wurden in zwei Versuchsjahren 35.000 Käfermännchen angelockt, die meisten wischen Mitte Mai und Ende Juni. Ein Zusammenhang zwischen abgefangenen Käfern und Drahtwurmbesatz im Boden konnte in der kurzen Projektzeit nicht nachgewiesen werden.

Wichtiger Faktor Fruchtfolgegestaltung

Mit dem Anbau von Körnerleguminosen als Vorfrüchte konnten die Drahtwurmschäden an nachfolgenden Kartoffeln im Vergleich zu Getreide und Kleegras deutlich reduziert werden. Es sind aber weitere Versuche notwendig, um eindeutig zu klären, ob diese Wirkung der Vorfrucht oder der Bodenbearbeitung bzw. Anbautechnik zugeschrieben werden kann. Nach Zwischenfrüchten waren die Drahtwurmschäden an Kartoffeln allgemein sehr gering, allerdings wirkte sich keine der im Versuch getesteten Zwischenfrüchte signifikant positiv auf die Kartoffelqualität aus. Durch Untersaaten ließen sich die Drahtwürmer nicht in ihrer Fraßaktivität beeinflussen.
Der Versuch zeigte auch, dass über Sortenwahl und Erntetermin ein deutlicher Einfluss auf den Drahtwurmbefall genommen werden kann, während hinsichtlich der Düngeform (tierisch oder pflanzlich) keine Unterschiede festgestellt werden konnten.

Direkte Regulierung noch unbefriedigend

Direkte Regulierungsmaßnahmen mit insektenschädigenden Pilzpräparaten erbrachten für das Freiland keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die getesteten Produkte wiesen auch in Laboruntersuchungen unzureichende Qualitäten auf.

Quelle: www.oekolandbau.de

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© FiBL. Alle Rechte vorbehalten. Letzte Änderung: 17.09.2014
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