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Reduzierter Bodenbearbeitung im Biolandbau


Grubber
(07.03.2012)

Die Grundbodenbearbeitung ist im biologischen Landbau ein wichtiges und kontrovers diskutiertes Thema. In der Praxis wird nach wie vor hauptsächlich tief wendend mit dem Pflug gearbeitet - mit Nachteilen hinsichtlich Energieeinsatz und Erosionsgefahr.
Die reduzierte Bodenbearbeitung hingegen ist mit Blick auf Unkraut- und Nährstoffmanagement nicht ohne Weiteres umsetzbar. Ein Forschungsvorhaben hat nun Möglichkeiten der reduzierten Bodenbearbeitung im Biolandbau eruiert.

Untersuchung von Praxisbetrieben

Im Projekt "Transfervorbereitende Evaluation und Kombination von Praxiserfahrungen und Forschungsergebnissen zu Konzepten reduzierter Bodenbearbeitung im Ökologischen Landbau" hat die Stiftung Ökologie & Landbau in Kooperation mit der Universität Kassel-Witzenhausen in den Jahren 2007 bis 2010 Erfahrungen und Erkenntnisse zu Verfahren reduzierter Bodenbearbeitung im Biolandbau gesammelt. Ein Schwerpunkt lag in der Untersuchung von insgesamt fünfzehn Praxisbetrieben, die sich grob in zwei Gruppen unterteilen lassen:

  • Betriebe mit einer deutlich reduzierten Bodenbearbeitungstiefe (5-15 cm), meist ohne Hackfruchtanbau.
  • Betriebe mit nicht wendender, aber tief lockernder Bodenbearbeitung (20–40 cm), häufig mit Kartoffel-, Feldgemüse- oder anderem Hackfruchtanbau.
  • Biolandbau ohne Pflug


Die untersuchten Beispiele zeigen nach Ansicht der Wissenschaftler, dass Biolandbau ohne Pflug möglich ist. Die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von Verfahren reduzierter Bodenbearbeitung sei jedoch in hohem Maß von der Motivation der Landwirte abhängig und von der Möglichkeit, das System über einen längeren Zeitraum den Bedingungen auf dem einzelnen Betrieb anzupassen.

In einem weiteren Teilbereich des Projekts wurden Versuchsergebnisse zu reduzierter Bodenbearbeitung im Biolandbau gesammelt und eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Aus den kombinierten Resultaten wurde ein Überblick über die Auswirkungen reduzierter Bodenbearbeitung auf Boden, Pflanzen und Ökonomie erstellt.
Die detaillierten Betriebsbeispiele und die Auswertung der Forschungsergebnisse werden in dem Buch "Öko-Ackerbau ohne tiefes Pflügen" (2010, Verlag Dr. Köster) dargestellt. Die dem Buch beiliegende CD enthält Bildmaterial und Zusatzinformationen.

Download Schlussbericht

Quelle: www.soel.de, www.oekolandbau.de


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© FiBL. Alle Rechte vorbehalten. Letzte Änderung: 17.09.2014
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