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Verlust der Vielfalt


(14.07.2014)

In den letzten 50 Jahren hat die Vielfalt auf den Feldern rasant abgenommen. Das zeigt auch eine aktuelle Studie: Die WissenschafterInnen analysierten FAO-Daten zum Anbau von 52 Feldfrüchten in 150 Ländern seit 1961. Das Ergebnis: Während die verfügbare Menge an Lebensmitteln pro Kopf anstieg, nahm die Vielfalt an Pflanzen, die der menschlichen Ernährung dienen, rapide ab. Nur 94 Pflanzenarten decken nun 90 % der globalen Kalorienzufuhr.

Unsere Ernährung ist zunehmend bestimmt von einer kleinen Auswahl an Nutzpflanzen wie Weizen, Mais und Soja. Viele Feldfrüchte, die traditionell in bestimmten Regionen zu den Grundnahrungsmitteln zählten, wie Hirse, Roggen, Yamswurzel, Maniok oder Süßkartoffel, verlieren an Bedeutung.  Gründe dafür sehen die AutorInnen unter anderem im gestiegenen Einkommen der KonsumentInnen in den Schwellenländern, die dadurch verstärkt zu tierischen Produkten greifen, in der Subventionierung einer nur kleinen Bandbreite von Feldfrüchten sowie in der Urbanisierung, die zu einer Angleichung an den westlichen Ernährungsstil mit stark verarbeiteten Produkten und Fastfood führt. Diese Entwicklung verursacht einen Anstieg von Fettleibigkeit, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes - auch in Ländern, in denen Unterernährung herrscht.

Ein weltweit homogener Lebensmittelkorb macht die Landwirtschaft auch anfälliger für Bedrohungen wie Dürren, Schädlinge und Krankheiten, die in vielen Teilen der Welt infolge des Klimawandels zunehmen könnten. Die Studie empfiehlt mehr Vielfalt auf den Äckern und Tellern und die Bewahrung traditioneller Sorten.

Quelle: Khoury, C. (2013): Increasing homogeneity in global food supplies and the implications for food security. PNAS; www.weltagrarbericht.de


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© FiBL. Alle Rechte vorbehalten. Letzte Änderung: 17.09.2014
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