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Insektenschwund


(17.05.2016)

Seit etwa zwei Jahrzehnten hat der Verlust an blütenbestäubenden Insekten so dramatische Ausmaße angenommen, dass Biolog/innen weltweit Alarm schlagen. Auch der Naturschutzbund (NABU) Deutschland veröffentlicht ernüchternde Zahlen: Allein in Nordrhein Westfalen ist die Zahl der Fluginsekten, wie Schmetterlinge, Bienen, Hummeln oder Schwebfliegen, in den letzten Jahren um alarmierende 80 % zurückgegangen. Viele Arten sind bereits gänzlich verschwunden. Die Entomolog/innen gehen davon aus, dass es in anderen Regionen ganz ähnlich aussieht. "Die Ursachen dieses dramatischen Schwundes sind noch nicht ausreichend geklärt. Vieles deutet allerdings darauf hin, dass wir es mit einer weit reichenden Vergiftung der Insekten in unserer Umwelt zu tun haben", heißt es vom Naturschutzbund Deutschland. Besonders Pestizide wie Neonicotinoide stehen im Verdacht für das massenhafte Sterben verantwortlich zu sein. Immer mehr Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Mittel nicht nur gegen Schädlinge wirken, sondern die gesamte Insektenfauna, darunter auch zahllose, wichtige Nützlinge, nachhaltig schädigen.
Neben dem Aussterben einzelner Arten stellen vor allem sogenannte Kaskadeneffekte ein großes Problem dar: wenn Insekten verschwinden, werden Pflanzen nicht mehr bestäubt, die Nahrungsgrundlage vieler Tiere geht verloren, gesamte Ökosysteme geraten aus dem Gleichgewicht. Viele der mit dem Verschwinden von Insekten verbundenen Folgen sind noch gar nicht abzuschätzen.  Der NABU fordert, den Biolandbau auszuweiten und kritische Insektizide, die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, umfassend zu überprüfen und sie erst dann zuzulassen, wenn wirklich nachgewiesen ist, dass diese Stoffe keine schädigenden Auswirkungen auf die Ökosysteme haben.

Quelle: www.nabu.de


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© FiBL. Alle Rechte vorbehalten. Letzte Änderung: 17.09.2014
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