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Hormone im Hochgebirge


(03.03.2016)

Über verschiedene Umweltgifte gelangen auch immer mehr hormonähnlich wirkende Chemikalien in unterschiedlichste Ökosysteme. In Europa sind sogar entlegene Bergseen damit belastet.
Das zeigt eine aktuelle Untersuchung, in der  Forscher/innen Fischpopulationen in neun, weit von Städten, Äckern und anderen Emissionsquellen entfernten Hochgebirgs-Seen in der Tatra und den Pyrenäen unter die Lupe nahmen. Trotz der entlegenen Standorte wurde in Blut, Leber und Muskelgewebe der Fische eine ganze Reihe von hormonähnlich wirkenden Chemikalien gefunden. Viele dieser langlebigen und schwer abbaubaren Stoffe wirken wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Reichern sie sich im Körper an, verweiblichen männliche Tiere und werden unfruchtbar, viele dieser Substanzen können zudem Krebs auslösen. Da weibliche Fische von Natur aus höhere Östrogenkonzentrationen aufweisen, macht sich bei ihnen die Wirkung der hormonähnlichen Substanzen weniger stark bemerkbar. Noch ist nach Einschätzungen der Forscher/innen das Überleben der Fische in den untersuchten Bergseen nicht gefährdet. Trotz der erhöhten Östrogenwerte der männlichen Fische findet offenbar noch eine Fortpflanzung statt.
Angesichts der Tatsache, dass hormonähnliche Chemikalien inzwischen selbst in entlegenen Gebieten verbreitet sind und sich damit offenbar schon nahezu überall in der Nahrungskette finden, sehen die Wissenschaftler/innen jedoch Handlungsbedarf und betonen, dass diese Ergebnisse angesichts der zunehmenden Effekte hormonell aktiver Stoffe auf den Menschen sehr ernst genommen werden sollten.

Quelle: Jarque, S. et al. (2015): Background fish feminization effects in European remote sites. Sci. Rep. 5, 11292; doi: 10.1038/srep11292; www.scinexx.de


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© FiBL. Alle Rechte vorbehalten. Letzte Änderung: 17.09.2014
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