Logo Lfi

Servicemenu



Archiv

Bienen fördern - reiche ErnteBiene; ©Peter Meindl, FiBL Ö

Bienen zählen zu den wichtigsten Nutztieren in der Landwirtschaft. Ihre Bedeutung für Bestäubung und Ertrag von Gemüse-, Obst- und Ackerbaukulturen wird bisher allerdings immer noch unterschätzt. Grund genug, um sich im Rahmen der ersten Bionet-Bienentagung dieses aktuellen Themas anzunehmen und auf die vielseitigen Leistungen bestäubender Insekten aufmerksam zu machen.

Erfolgreiche Veranstaltung

Unter dem Titel „Bienen fördern – reiche Ernte: Bedeutung und Förderung von bestäubenden Insekten in der Landwirtschaft“ lud das FiBL Österreich gemeinsam mit der „Biene Österreich“ zur ersten Bionet-Bienentagung. Potential und Bedeutung von bestäubenden Insekten in verschiedenen Kulturen wurden ebenso aufgezeigt wie effiziente Fördermöglichkeiten.

Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Naturschutz, Landwirtschaft und Imkerei kamen, um den interessanten Beiträgen der ExpertInnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu lauschen und mitzudiskutieren.

Download Kurzfassung der Tagungsbeiträge (.pdf)

top top


Reduzierter Bodenbearbeitung im BiolandbauGrubber; oekolandbau.de/©BLE: Stephan

Die Grundbodenbearbeitung ist im biologischen Landbau ein wichtiges und kontrovers diskutiertes Thema. In der Praxis wird nach wie vor hauptsächlich tief wendend mit dem Pflug gearbeitet - mit Nachteilen hinsichtlich Energieeinsatz und Erosionsgefahr.
Die reduzierte Bodenbearbeitung hingegen ist mit Blick auf Unkraut- und Nährstoffmanagement nicht ohne Weiteres umsetzbar. Ein Forschungsvorhaben hat nun Möglichkeiten der reduzierten Bodenbearbeitung im Biolandbau eruiert.

Untersuchung von Praxisbetrieben

Im Projekt "Transfervorbereitende Evaluation und Kombination von Praxiserfahrungen und Forschungsergebnissen zu Konzepten reduzierter Bodenbearbeitung im Ökologischen Landbau" hat die Stiftung Ökologie & Landbau in Kooperation mit der Universität Kassel-Witzenhausen in den Jahren 2007 bis 2010 Erfahrungen und Erkenntnisse zu Verfahren reduzierter Bodenbearbeitung im Biolandbau gesammelt. Ein Schwerpunkt lag in der Untersuchung von insgesamt fünfzehn Praxisbetrieben, die sich grob in zwei Gruppen unterteilen lassen:
- Betriebe mit einer deutlich reduzierten Bodenbearbeitungstiefe (5-15 cm), meist ohne Hackfruchtanbau.
- Betriebe mit nicht wendender, aber tief lockernder Bodenbearbeitung (20–40 cm), häufig mit Kartoffel-, Feldgemüse- oder anderem Hackfruchtanbau.

Biolandbau ohne Pflug

Die untersuchten Beispiele zeigen nach Ansicht der Wissenschaftler, dass Biolandbau ohne Pflug möglich ist. Die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von Verfahren reduzierter Bodenbearbeitung sei jedoch in hohem Maß von der Motivation der Landwirte abhängig und von der Möglichkeit, das System über einen längeren Zeitraum den Bedingungen auf dem einzelnen Betrieb anzupassen.

In einem weiteren Teilbereich des Projekts wurden Versuchsergebnisse zu reduzierter Bodenbearbeitung im Biolandbau gesammelt und eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Aus den kombinierten Resultaten wurde ein Überblick über die Auswirkungen reduzierter Bodenbearbeitung auf Boden, Pflanzen und Ökonomie erstellt.
Die detaillierten Betriebsbeispiele und die Auswertung der Forschungsergebnisse werden in dem Buch "Öko-Ackerbau ohne tiefes Pflügen" (2010, Verlag Dr. Köster) dargestellt. Die dem Buch beiliegende CD enthält Bildmaterial und Zusatzinformationen.

Download Schlussbericht

Quelle: www.soel.de, www.oekolandbau.de

top top


Gentech-Futter für BodentiereBoden; oekolandbau.de; ©BLE, Bonn/Foto: T. Stephan

Kanadische WissenschafterInnen untersuchten in einer aktuellen Studie die Wirkung von gentechnisch verändertem Mais auf die Boden-Umwelt.
Dabei konnte in unterschiedlichsten Bodenorganismen transgene, also gentechnisch veränderte DNA nachgewiesen werden – und zwar in deutlich höherer Konzentration als im Boden. Die WissenschafterInnen schließen daraus, dass die Tiere gentechnisch verändertes Pflanzenmaterial direkt aufgenommen haben. Dies unterstreicht Befürchtungen von Gentechnik-KritikerInnen und zeigt, dass ein isolierter Anbau genmanipulierter Pflanzen nicht möglich ist. Neben der Gefahr von Auskreuzungen gentechnisch veränderter Pflanzen können auch Bodentiere, Bienen und andere Nützlinge mit der transgenen DNA in Kontakt kommen, ohne dass deren Wirkung auch nur annähernd systematisch erforscht wäre.

Quelle: Bio-Fibel 2/2010; www.agronomy-journal.org

top top


Österreichischer Bio-Umsatz 2009 um 5 % gestiegenGeld;©FiBL/Gessl

Trotz Wirtschaftskrise erreichte der Bio-Umsatz in Österreich 2009 ein neues
Rekordhoch von 984,2 Millionen Euro. Die Branche freut sich über Umsatzzuwächse bis zu 15 Prozent.

Der Lebensmitteleinzelhandel erreichte im Jahr 2009 einen Bio-Umsatz von insgesamt 657 Mio. Euro.
Bio-Fachgeschäfte, Bio-Supermärkte und Reform-Geschäfte mit Bio-Anteil verbuchten ein geringeres Wachstum. Der gesamte Bio-Fachhandel kam so 2009 auf rund 140 Mio. Euro Umsatz.
Ein sehr erfolgreiches Jahr erlebte der Bereich Außer-Haus-Verpflegung. Lieferanten für
Großküchen, Kantinen, Gastronomie und Hotellerie konnten ihre Umsätze 2009 um ca. 15 % auf etwa 50 Mio. Euro steigern.
In der bäuerlichen Direktvermarktung lagen die Zuwächse zwischen 5 – 10 %, insgesamt kann von einem Umsatz von rund 70 Mio. Euro ausgegangen werden.
Während der Milchbereich im Export einen Rückgang verzeichnete, vermeldeten
Exportteilnehmer aus den Bereichen Speisegetreide, Trockensortimente, Obst und Wein
Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich. 2009 ist von einem Export-Plus von etwa 10 % auszugehen, was einem Umsatz von 66 Mio. Euro entspricht.

Bio ist krisensicher

Bio erweist sich also auch am Markt als stabiler Faktor und die Statistik zeigt: Sowohl Mengen als auch Umsätze entwickelten sich gegen den allgemeinen wirtschaftlichen Trend im Bio-Bereich positiv. Österreich kann so auch 2010 seine Top-Position im Biolandbau weiter ausbauen.
Die positive Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in Österreich führt dazu, dass zahlreiche Lebensmittelproduzenten ihre Bio-Produktion mengenmäßig und mit neuen Produktideen weiterentwickeln und so am europäischen Markt Perspektiven für veredelte und innovative Produkte in Bio-Qualität schaffen.
Einziger Wermutstropfen: Die weiterhin niedrigen bäuerlichen Erzeugerpreise.

Quelle: www.bio-austria.at, www.ama-marketing.at

top top


EU-Zulassung von Gentechnik-KartoffelKartoffel,©FiBL/Foto: Reinhard Gessl

Die EU-Kommission hat den Anbau der Gentechnik-Kartoffel Amflora der Firma BASF genehmigt. Als erste Anbauzulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU seit 1998, darf die stärkehaltige Kartoffel nun nicht nur angebaut und technisch verwertet, sondern auch für die Tierfütterung verwendet werden. Umweltorganisationen und Bio-Verbände kritisieren diese Entscheidung scharf: Amflora enthält ein Resistenzgen gegen ein Antibiotikum, das auch in der Humanmedizin genutzt wird. Weiters wird befürchtet, dass mit genmanipulierten nachwachsenden Rohstoffen die Gentechnik durch die Hintertür salonfähig gemacht werden soll. Abgesehen von den allseits bekannten Risiken, die mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbunden ist, erscheint die Zulassung der Amflora-Kartoffel für Gentechnik-Kritiker grundsätzlich schwer nachvollziehbar, da mittlerweile konventionell gezüchtete Sorten mit vergleichbaren Eigenschaften wie Amflora auf dem Markt verfügbar sind.

Quelle: www.soel.de

top top


Pestizide versus Biodiversität

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind in den letzten 50 Jahren viele Pflanzen- und Tierarten auf regionaler und nationaler Ebene ausgestorben. In einer groß angelegten Feldstudie haben Forscher nun europaweit die Einflüsse verschiedenster Faktoren auf die Diversität von Pflanzen, Laufkäfern und bodenbrütenden Ackervögeln untersucht.

Von den dreizehn Faktoren der landwirtschaftlichen Intensivierung, die in neun Testregionen auf 1350 Weizenfeldern gemessen wurden, hatte der Gebrauch von Insektiziden und Fungiziden durchgehend besonders negative Effekte auf die Biodiversität und führte zu einer drastischen Verringerung der Artenzahlen: Die Artenvielfalt auf Feldern, die regelmäßig mit Pestiziden behandelt werden, ist um die Hälfte geringer als auf ökologisch bewirtschafteten Äckern. Dieser Effekt zeigt sich auch in der Umgebung der landwirtschaftlichen Anbauflächen. Das Fazit der Untersuchung: Die Artenvielfalt kann nur erhalten werden, wenn die Verwendung von Spritzmitteln auf ein Minimum beschränkt wird.

Quelle: www.soel.de, www.sciencedirect.com

top top


Kartoffeln aus dem Genlabor?Kartoffel; ©FiBL; Reinhard Gessl

Kritiker der Grünen Gentechnik befürchten, dass die Zulassung und Kommerzialisierung der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora, die bisher in Europa nicht angebaut werden darf, demnächst bevor steht. Mit Hilfe der Gentechnik wurde ihre Stärkezusammensetzung so verändert, dass sie für bestimmte industrielle Verwendungszwecke angeblich besser geeignet ist.
Die GV-Kartoffel ist unter anderem deshalb besonders umstritten, weil sie ein Antibiotika-Resistenzgen enthält, welches auch in der Human- und Tiermedizin verwendet wird. Eine Resistenzbildung von Mensch und Tier gegenüber dem Antibiotikum kann daher nicht ausgeschlossen werden. Trotz dieses Risikos hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (ESFA) für die Zulassung von Amflora ausgesprochen.
Parallel zu dieser Entwicklung wurde in Deutschland eine Kartoffelsorte ganz ohne Gentechnik gezüchtet, die einen besonders hohen Amylopektin (Stärke)-Anteil aufweist und in der Nahrungsmittel-, Textil-, Papier-, Klebstoff- sowie Baustoffindustrie eingesetzt werden soll. Damit ist die Argumentation der Amflora-Befürworter hinfällig – denn wer braucht ein umstrittenes Gentech-Produkt, wenn es eine sichere Alternative gibt?

Quelle: Bio-Fibel 05/2009, www.bund.net

top top


Klimaneutraler Acker- und Gemüsebau

Die Landwirtschaft trägt weltweit mit 12 bis 32 % zum Klimawandel bei. Hauptquellen sind dabei der Methanausstoß der Wiederkäuer, die Kohlendioxid-Emissionen bei der Herstellung von Düngern und Pestiziden, die Abholzung von Wäldern für Acker- und Weideflächen sowie die Bodenerosion. Auch der Einsatz des Pflugs verbraucht viel Energie, verstärkt den Abbau von Humus und belastet somit das Klima.

Für die Optimierung der Anbausysteme im Biolandbau hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Klima bestehen noch Wissenslücken. Es fehlen bisher zuverlässige Informationen zum Potential der Kohlenstoffrückbindung sowie zur Energie- und Nährstoffeffizienz von reduzierten Bodenbearbeitungssystemen und des Einsatzes von Gründüngung. Die im FiBL-Flyer "Klimaneutraler Acker- und Gemüsebau" vorgestellten Versuche sollen dazu wichtige Resultate liefern. Ergänzend geben ökonomische Analysen Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit der reduzierten Bodenbearbeitungsmaßnahmen auf Betriebsebene.

Quelle: www.fibl.org

Download FiBL-Flyer "Klimaneutraler Acker- und Gemüsebau" (.pdf)

top top


Neue Anbaustrategien bei ZwiebelnZwiebelanbau, www.oekolandbau.de©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Bio-Zwiebel werden vor allem in Form von Sä- oder Steckzwiebeln angebaut und stellen die Produzenten häufig vor große Herausforderungen:
Während der Säzwiebelanbau oft durch Falschen Mehltau und hohe Kosten für die Beikrautregulierung beeinträchtigt wird, kommt es beim Steckzwiebelanbau häufig zu hohen Ertragseinbußen durch Fusariosen.
Nun haben Wissenschafter ein alternatives Anbauverfahren – das Pflanzen von Säzwiebeln - untersucht, weiterentwickelt und auf seine Wirtschaftlichkeit überprüft.

Zufriedenstellende Ergebnisse

Während zwei Versuchsjahren wurden auf fünf Praxisbetrieben und im Kompetenzzentrum Bamberg Faktoren wie Pflanzabstand und Sorte (Summit/Hystar) berücksichtigt sowie drei unterschiedliche Reihenabstände, drei Erdpresstopfgrößen und unterschiedliche Kornzahlen pro Topf untersucht.

In beiden Jahren und auf allen Standorten war das Pflanzverfahren hinsichtlich Ertrag und Qualität mit den anderen Verfahren konkurrenzfähig oder ihnen überlegen. Die vorbeugende Wirkung gegenüber Fusarium ssp. konnte mangels Auftretens in den Versuchen nicht bestätigt werden. Der Befall mit Falschem Mehltau war nur in einem Jahr auf drei Standorten mit Steckzwiebelanbau ertragsbegrenzend, so dass auch in diesem Fall keine Aussage über die Vorzüglichkeit des Pflanzverfahrens gegenüber dem Säverfahren getroffen werden kann. Der Einfluss der Sorten war in beiden Jahren uneinheitlich.

Das Pflanzverfahren konnte anhand der zweijährigen Ergebnisse hinsichtlich der Parameter Pflanzabstände, Topfgröße und Kornzahlen pro Topf auch wirtschaftlich optimiert werden. Auf diese Weise wurde ein konkurrenzfähiges Anbauverfahren entwickelt, das nun auf den Projektbetrieben und weiteren Bio-Betrieben im süddeutschen Raum praktiziert wird.

Der Schlussbericht des Projekts wurde nun veröffentlicht: Download

Quelle: www.oekolandbau.de

top top


Preisbewusste Bio-Konsumenten? Einkauf / www.oekolandbau.de/©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Sind Bio-Produkte zu teuer? Der Preis gilt als zentrale Barriere für Konsumenten (mehr) Bio-Lebensmittel zu kaufen. Ein Forscherteam hat nun untersucht, wie preissensibel Käufer von Bio-Produkten wirklich agieren.

Die Wissenschafter sind der Frage nachgegangen, ob Konsumenten beim Kauf von Bio-Produkten sich tatsächlich so preisbewusst verhalten wie bisher angenommen. Dazu untersuchte das Projektteam die Preiskenntnis und Zahlungsbereitschaft von Konsumenten hinsichtlich Bio-Lebensmittel und überprüfte, inwiefern die in Befragungen bekundete Zahlungsbereitschaft mit dem tatsächlichen Kaufverhalten übereinstimmt.
Dazu wurden 642 Befragungen in Kombination mit Beobachtungen von Konsumenten vor bzw. in Einkaufsstätten des Lebensmittel- und Naturkosteinzelhandels durchgeführt und analysiert.

Für Bio-Konsumenten kommt Qualität vor dem Preis

Die Ergebnisse zeigen, dass die Preiskenntnis der Bio-Käufer ungenau ist - und dass die Zahlungsbereitschaft für Bio-Lebensmittel deutlich höher ausfällt als bisher angenommen. Der überwiegende Teil an Bio-Produkten wurde auch dann gekauft, wenn die Produkte tatsächlich mehr kosteten, als die Käufer ursprünglich bereit gewesen waren zu zahlen. Die Ergebnisse relativieren das bisher gültige Argument, dass der Preis für Bio-Lebensmittel eine zentrale Kaufbarriere darstellt. Sie zeigen, dass der Produktpreis noch während eines Kaufaktes durch zusätzliche produktbezogene Informationen in seiner Bedeutung für die Kaufentscheidung relativiert wird.

Quelle: www.oekolandbau.de

top top


Lebendmulch im GetreideanbauKleeuntersaat; www.oekolandbau.de ©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Die Stickstoffversorgung durch Lebendmulchsysteme im Getreideanbau stößt in der biologischen Landwirtschaft seit einigen Jahren auf steigendes Interesse. In der Praxis ergaben sich aber immer wieder Probleme aufgrund der starken Konkurrenz der als Bodenbedecker verwendeten Kleearten.
Wissenschafter der Technischen Universität München prüften nun anhand einiger typischer Arten die Eignung einjähriger Leguminosen als Lebendmulche im Getreideanbau, entwickelten bestehende Anbausysteme weiter und untersuchten deren Wirkung auf die Bodeneigenschaften und die Stickstoffversorgung.

Versuche mit unterschiedlichen Leguminosen

Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren wurden insgesamt elf Feldversuche angelegt, in denen Getreide in Lebendmulchsystemen mit einjährigen Leguminosen angebaut wurde. Variiert wurden die Faktoren Hauptkultur (Weizen und Roggen) sowie die Leguminosenart (Schneckenklee, Feldklee und Erdklee als einjährige Arten, Weißklee und Hopfenklee als Kontrollvarianten) und zum Teil auch die Einsaatmethode, der Einsaatzeitpunkt und die Stickstoffversorgung.

Positive Ergebnisse

Es zeigte sich, dass unter süddeutschen Bedingungen die geprüften einjährigen Arten durch Selbstaussaat mehrjährige Bestände bilden, ohne eine zu große Konkurrenz für die Getreidepflanzen darzustellen. Der größte Vorteil der einjährigen gegenüber den mehrjährigen Leguminosen besteht in deren determiniertem Entwicklungszyklus - die Konkurrenz gegenüber der Hauptkultur ist in der besonders kritischen Kornfüllungsphase daher nur noch gering.

Positive Wirkungen auf die Stickstoffversorgung sowie auf die biologischen und physikalischen Bodeneigenschaften konnten ebenfalls nachgewiesen werden. Erdklee und Feldklee erwiesen sich wegen ihres niedrigen Wuchses und der zuverlässigen Wiederaussaat als am geeignetsten. Während die gemeinsame Etablierung der untersuchten Leguminosen und der Hauptkultur im ersten Jahr auf keine großen Schwierigkeiten stieß, müssten die Methoden für die Einsaat der Hauptkultur in die bereits etablierten Leguminosenbestände noch weiter entwickelt werden.

Quelle: www.oekolandbau.de

Download Endbericht

top top


Drahtwurmregulierung bei Bio-KartoffelnKartoffelernte; www.oekolandbau.de ©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Drahtwürmer verursachen an den unterschiedlichsten Feldkulturen oftmals erhebliche
Ernteverluste. Im Bio-Kartoffelbau sind zur Regulierung der Larven des Schnellkäfers zwar verschiedene Maßnahmen möglich, werden jedoch teilweise noch nicht in der Praxis angewendet. Ziel eines aktuellen Forschungsvorhabens war die Erprobung von Strategien zur Drahtwurmregulierung im biologischen Kartoffelanbau und deren Umsetzung in die Praxis.

Die Arbeitsschwerpunkte des Projekts lassen sich in folgende Teilbereiche gliedern:
• Monitoring der Drahtwürme
• Monitoring der Schnellkäfer
• Indirekte Regulierungsmaßnahmen wie Fruchtfolgegestaltung mit Leguminosen
• Direkte Regulierungsmaßnahmen mittels insektenschädigender Pilzpräparate

Umfassendes Monitoring

Im Rahmen eines umfassenden Monitorings wurde sowohl der Drahtwurmbesatz im Boden abgeschätzt als auch die Anzahl der über Pheromonfallen angelockten Männchen erfasst. Mit folgendem Ergebnis: Im Frühjahr wurden mehr Drahtwürmer im Boden nachgewiesen als im Herbst; Schäden am Erntegut ließen sich dadurch jedoch nicht vorhersagen. Von Pheromonfallen wurden in zwei Versuchsjahren 35.000 Käfermännchen angelockt, die meisten wischen Mitte Mai und Ende Juni. Ein Zusammenhang zwischen abgefangenen Käfern und Drahtwurmbesatz im Boden konnte in der kurzen Projektzeit nicht nachgewiesen werden.

Wichtiger Faktor Fruchtfolgegestaltung

Mit dem Anbau von Körnerleguminosen als Vorfrüchte konnten die Drahtwurmschäden
an nachfolgenden Kartoffeln im Vergleich zu Getreide und Kleegras deutlich reduziert werden. Es sind aber weitere Versuche notwendig, um eindeutig zu klären, ob diese Wirkung der Vorfrucht oder der Bodenbearbeitung bzw. Anbautechnik zugeschrieben werden kann. Nach Zwischenfrüchten waren die Drahtwurmschäden an Kartoffeln allgemein sehr gering, allerdings wirkte sich keine der im Versuch getesteten Zwischenfrüchte signifikant positiv auf die Kartoffelqualität aus. Durch Untersaaten ließen sich die Drahtwürmer nicht in ihrer Fraßaktivität beeinflussen.
Der Versuch zeigte auch, dass über Sortenwahl und Erntetermin ein deutlicher Einfluss auf den Drahtwurmbefall genommen werden kann, während hinsichtlich der Düngeform (tierisch oder pflanzlich) keine Unterschiede festgestellt werden konnten.

Direkte Regulierung noch unbefriedigend

Direkte Regulierungsmaßnahmen mit insektenschädigenden Pilzpräparaten erbrachten für das Freiland keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die getesteten Produkte wiesen auch in Laboruntersuchungen unzureichende Qualitäten auf.

Quelle: www.oekolandbau.de

Download Schlussbericht

top top


printDrucken

© FiBL | All rights reserved. Last Update 02/03/2012 | Comments to Webmaster
EU, Entwicklung für den ländlichen Raum, Logo Lebensministerium Östrerreich