Archiv
Preisbewusste Bio-Konsumenten? 
Sind Bio-Produkte zu teuer? Der Preis gilt als zentrale Barriere für Konsumenten (mehr) Bio-Lebensmittel zu kaufen. Ein Forscherteam hat nun untersucht, wie preissensibel Käufer von Bio-Produkten wirklich agieren.
Die Wissenschafter sind der Frage nachgegangen, ob Konsumenten beim Kauf von Bio-Produkten sich tatsächlich so preisbewusst verhalten wie bisher angenommen. Dazu untersuchte das Projektteam die Preiskenntnis und Zahlungsbereitschaft von Konsumenten hinsichtlich Bio-Lebensmittel und überprüfte, inwiefern die in Befragungen bekundete Zahlungsbereitschaft mit dem tatsächlichen Kaufverhalten übereinstimmt.
Dazu wurden 642 Befragungen in Kombination mit Beobachtungen von Konsumenten vor bzw. in Einkaufsstätten des Lebensmittel- und Naturkosteinzelhandels durchgeführt und analysiert.
Für Bio-Konsumenten kommt Qualität vor dem Preis
Die Ergebnisse zeigen, dass die Preiskenntnis der Bio-Käufer ungenau ist - und dass die Zahlungsbereitschaft für Bio-Lebensmittel deutlich höher ausfällt als bisher angenommen. Der überwiegende Teil an Bio-Produkten wurde auch dann gekauft, wenn die Produkte tatsächlich mehr kosteten, als die Käufer ursprünglich bereit gewesen waren zu zahlen. Die Ergebnisse relativieren das bisher gültige Argument, dass der Preis für Bio-Lebensmittel eine zentrale Kaufbarriere darstellt. Sie zeigen, dass der Produktpreis noch während eines Kaufaktes durch zusätzliche produktbezogene Informationen in seiner Bedeutung für die Kaufentscheidung relativiert wird.
Quelle: www.oekolandbau.de
Lebendmulch im Getreideanbau
Die Stickstoffversorgung durch Lebendmulchsysteme im Getreideanbau stößt in der biologischen Landwirtschaft seit einigen Jahren auf steigendes Interesse. In der Praxis ergaben sich aber immer wieder Probleme aufgrund der starken Konkurrenz der als Bodenbedecker verwendeten Kleearten.
Wissenschafter der Technischen Universität München prüften nun anhand einiger typischer Arten die Eignung einjähriger Leguminosen als Lebendmulche im Getreideanbau, entwickelten bestehende Anbausysteme weiter und untersuchten deren Wirkung auf die Bodeneigenschaften und die Stickstoffversorgung.
Versuche mit unterschiedlichen Leguminosen
Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren wurden insgesamt elf Feldversuche angelegt, in denen Getreide in Lebendmulchsystemen mit einjährigen Leguminosen angebaut wurde. Variiert wurden die Faktoren Hauptkultur (Weizen und Roggen) sowie die Leguminosenart (Schneckenklee, Feldklee und Erdklee als einjährige Arten, Weißklee und Hopfenklee als Kontrollvarianten) und zum Teil auch die Einsaatmethode, der Einsaatzeitpunkt und die Stickstoffversorgung.
Positive Ergebnisse
Es zeigte sich, dass unter süddeutschen Bedingungen die geprüften einjährigen Arten durch Selbstaussaat mehrjährige Bestände bilden, ohne eine zu große Konkurrenz für die Getreidepflanzen darzustellen. Der größte Vorteil der einjährigen gegenüber den mehrjährigen Leguminosen besteht in deren determiniertem Entwicklungszyklus - die Konkurrenz gegenüber der Hauptkultur ist in der besonders kritischen Kornfüllungsphase daher nur noch gering.
Positive Wirkungen auf die Stickstoffversorgung sowie auf die biologischen und physikalischen Bodeneigenschaften konnten ebenfalls nachgewiesen werden. Erdklee und Feldklee erwiesen sich wegen ihres niedrigen Wuchses und der zuverlässigen Wiederaussaat als am geeignetsten. Während die gemeinsame Etablierung der untersuchten Leguminosen und der Hauptkultur im ersten Jahr auf keine großen Schwierigkeiten stieß, müssten die Methoden für die Einsaat der Hauptkultur in die bereits etablierten Leguminosenbestände noch weiter entwickelt werden.
Quelle: www.oekolandbau.de
Drahtwurmregulierung bei Bio-Kartoffeln
Drahtwürmer verursachen an den unterschiedlichsten Feldkulturen oftmals erhebliche
Ernteverluste. Im Bio-Kartoffelbau sind zur Regulierung der Larven des Schnellkäfers zwar verschiedene Maßnahmen möglich, werden jedoch teilweise noch nicht in der Praxis angewendet. Ziel eines aktuellen Forschungsvorhabens war die Erprobung von Strategien zur Drahtwurmregulierung im biologischen Kartoffelanbau und deren Umsetzung in die Praxis.
Die Arbeitsschwerpunkte des Projekts lassen sich in folgende Teilbereiche gliedern:
• Monitoring der Drahtwürme
• Monitoring der Schnellkäfer
• Indirekte Regulierungsmaßnahmen wie Fruchtfolgegestaltung mit Leguminosen
• Direkte Regulierungsmaßnahmen mittels insektenschädigender Pilzpräparate
Umfassendes Monitoring
Im Rahmen eines umfassenden Monitorings wurde sowohl der Drahtwurmbesatz im Boden abgeschätzt als auch die Anzahl der über Pheromonfallen angelockten Männchen erfasst. Mit folgendem Ergebnis: Im Frühjahr wurden mehr Drahtwürmer im Boden nachgewiesen als im Herbst; Schäden am Erntegut ließen sich dadurch jedoch nicht vorhersagen. Von Pheromonfallen wurden in zwei Versuchsjahren 35.000 Käfermännchen angelockt, die meisten wischen Mitte Mai und Ende Juni. Ein Zusammenhang zwischen abgefangenen Käfern und Drahtwurmbesatz im Boden konnte in der kurzen Projektzeit nicht nachgewiesen werden.
Wichtiger Faktor Fruchtfolgegestaltung
Mit dem Anbau von Körnerleguminosen als Vorfrüchte konnten die Drahtwurmschäden
an nachfolgenden Kartoffeln im Vergleich zu Getreide und Kleegras deutlich reduziert werden. Es sind aber weitere Versuche notwendig, um eindeutig zu klären, ob diese Wirkung der Vorfrucht oder der Bodenbearbeitung bzw. Anbautechnik zugeschrieben werden kann. Nach Zwischenfrüchten waren die Drahtwurmschäden an Kartoffeln allgemein sehr gering, allerdings wirkte sich keine der im Versuch getesteten Zwischenfrüchte signifikant positiv auf die Kartoffelqualität aus. Durch Untersaaten ließen sich die Drahtwürmer nicht in ihrer Fraßaktivität beeinflussen.
Der Versuch zeigte auch, dass über Sortenwahl und Erntetermin ein deutlicher Einfluss auf den Drahtwurmbefall genommen werden kann, während hinsichtlich der Düngeform (tierisch oder pflanzlich) keine Unterschiede festgestellt werden konnten.
Direkte Regulierung noch unbefriedigend
Direkte Regulierungsmaßnahmen mit insektenschädigenden Pilzpräparaten erbrachten für das Freiland keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die getesteten Produkte wiesen auch in Laboruntersuchungen unzureichende Qualitäten auf.
Quelle: www.oekolandbau.de


